Wirtschaftsregion Westbrandenburg

Ausbildung mal anders

Jugendliche können einen Teil der dualen Ausbildung im Ausland absolvieren. Das ist leider viel zu wenig bekannt. Vorausgesetzt wird lediglich, dass der Ausbildungsbetrieb am Programm „Berufsbildung ohne Grenzen“ von Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer (HWK) teilnimmt. Immer mehr Unternehmen und Azubis nutzen diese einmalige Möglichkeit, auch in Westbrandenburg. Im Mai 2017 wurde bereits der 400. Auszubildende geehrt, der seit 2009 über die IHK Potsdam ein Auslandspraktikum absolviert hat.

Für Studierende ist ein Auslandssemester schon fast die Regel. Bei den Auszubildenden arbeiten und lernen weniger als fünf Prozent während der Ausbildung im Ausland, wenn auch mit steigender Tendenz. Denn die Vorteile eines Auslandspraktikums liegen auf der Hand: Der Jugendliche kann seine Selbstsicherheit stärken, die Fremdsprachenkenntnisse verbessern, berufliche und interkulturelle Erfahrungen gewinnen sowie problemlösungsorientiertes Arbeiten lernen. Und natürlich verbessern sich auch die Berufschancen nach der Ausbildung auf dem heimischen Arbeitsmarkt.

Auch die Unternehmen haben Vorteile, wenn sie gute Azubis für einige Wochen zu einem bezahlten Praktikum ins Ausland schicken. Sie sind ein ideales Mittel der Personalentwicklung und -bindung. Insbesondere wenn ein Unternehmen international aufgestellt ist, wenn Fremdsprachen im Unternehmen und im Kontakt mit den Kunden eine große Rolle spielen, sind Auslandspraktika für Auszubildende ein fast schon unverzichtbares Bildungsinstrument. Denn nirgends lernt man Sprachen besser als im muttersprachlichen Umfeld.

Diese Vorteile nutzen zunehmend auch Unternehmen aus der Region. So konnte Alien Loskarn im Rahmen ihrer Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement bei der Creditreform Berlin Brandenburg Wolfram KG im letzten Jahr für drei Wochen das Partnerunternehmen sowie Land und Leute im finnischen Jyväskyla kennenlernen. Unterstützt wurde sie dabei von Karin Bethke, die bei der IHK Potsdam als Bildungsberaterin für das Programm „Berufsbildung ohne Grenzen“ zuständig ist. „Es war eine sehr interessante Erfahrung“, sagt Alien Loskarn und freut sich über diese einmalige Möglichkeit.

Anne Slonina, Geschäftsstellenleiterin der Creditreform in Brandenburg an der Havel, hat auch von Unternehmensseite gute Erfahrungen mit dem Programm gemacht: „Wir haben dadurch die Möglichkeit, unseren Azubis etwas besonders zu bieten, sie für gute Leistungen zu belohnen und ihren Bildungs- und Sprachhorizont zu erweitern. Auch ihr Selbstbewusstsein, ihre Selbstständigkeit und ihr Umgang mit ungewohnten Situationen und Herausforderungen wird durch ein Praktikum im Ausland gestärkt.“

Aus der Wirtschaftsregion Westbrandenburg sind neben der Creditreform Berlin Brandenburg Wolfram KG beispielsweise auch die Stadtwerke Brandenburg, das Städtische Klinikum Brandenburg und die Spema Spezialmaschinen und Ausbildungs GmbH im Rahmen von „Berufsbildung ohne Grenzen“ engagiert und ermöglichen ihren Azubis Praktika im Ausland.

Mehr Informationen über die Förderung von Auslandspraktika geben Karin Bethke (karin.bethke@ihk-potsdam.de) oder Jeanette Kuplin (jeanette.kuplin@hwkpotsdam.de).