Wirtschaftsregion Westbrandenburg

Neue IHK-Studie zu Gewerbeflächenreserven und zukünftigen Flächenbedarfen im Havelland

Das im Auftrag der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) durch die Hamburger Georg Consulting erstellte Gutachten „Wirtschaftsprofil und Gewerbeflächengutachten 2025 Havelland“ analysiert die wirtschaftlichen Entwicklungstrends und den zukünftigen Gewerbeflächenbedarf des Landkreises Havelland. 

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen dem Ost- und dem Westhavelland auf. Während der Ostteil des Landkreises von der anhaltenden wirtschaftlichen Dynamik Berlins sehr stark profitiert, konzentriert sich die wirtschaftliche Entwicklung im Westteil des Landkreises vor allem auf die beiden Städte Rathenow und Premnitz. Insbesondere die enorme Flächennachfrage von Logistikunternehmen in den Gemeinden Brieselang und Wustermark in den vergangenen Jahren hat inzwischen zu einer Gewerbeflächenknappheit in diesem Teilbereich des Landkreises geführt. Etwas entspannter sieht die Situation im Westteil, d.h. in den Städten der Wirtschaftsregion Westbrandenburg aus. Hier stehen momentan noch Flächen für Neuansiedlungen zur Verfügung. Insgesamt verfügt Premnitz laut Studie über 29 Hektar sofort verfügbarer Industrie- und Gewerbeflächen, in Rathenow belaufen sich die Flächenreserven auf insgesamt rund 15 Hektar.

Die Studie wagt auch einen Ausblick auf die kommenden Jahre und kommt zu dem Schluss, dass sich die Gewerbeflächennachfrage bis zum Jahr 2025 auf insgesamt 51 bis 55 Hektar belaufen wird, ohne Sondernutzungen und Logistikflächen. Davon entfallen rund 26 Hektar auf den westlichen Teil des Landkreises, also im Wesentlichen auf die beiden Städte der Wirtschaftsregion Westbrandenburg. Wenngleich diese Nachfrage durch die zur Verfügung stehenden Gewerbeflächenreserven rechnerisch problemlos gedeckt werden kann, sehen die Gutachter vor allem qualitative Engpässe im Gewerbeflächenangebot auf die Städte zukommen. Das heißt im Ergebnis, dass nicht mehr für jeden Ansiedlungsinteressenten ein geeigneter bzw. genehmigungsfähiger Standort vorhanden ist.

Um auch zukünftig attraktive Flächenangebote bieten zu können, empfehlen die Gutachter von Georg Consulting daher, dass die Kommunen die zur Verfügung stehenden Flächen mobilisieren und qualifizieren sowie weitere Flächenpotentiale identifizieren. Dieser Aufgabe wird sich die Wirtschaftsregion Westbrandenburg unter anderem im Rahmen des aktuellen GRW-Förderprojekts „Stärkung der Wirtschaftsregion Westbrandenburg“ stellen. Darüber hinaus werden als weitere Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts in dem Gutachten u.a. ein Innovations- und Technologie-Scouting zur Vernetzung von Forschung und Wissenschaft mit den Unternehmen, die Entwicklung einer gezielten Ansiedlungsstrategie sowie die Erstellung eines Masterplans Logistikflächen vorgeschlagen.

Detailliertere Informationen können Sie der Studie entnehmen, die Ihnen hier als Download zur Verfügung steht sowie beim IHK-RegionalCenter Brandenburg a. d. Havel/Havelland erhältlich ist. Das RegionalCenter der IHK Potsdam plant zudem noch in diesem Jahr eine vergleichbare Studie für die Stadt Brandenburg an der Havel in Auftrag zu geben.